Dienstag, 19. März 2013

Gielow - Kriegsgefangene - 1. Weltkrieg

Deutsche Kriegsgefangene bei Verdun (Quelle:Library of Congress)
Der erste, in den deutschen Verlustlisten aufgeführte, deutsche Kriegsgefangene war Leutnant Harald Bittrolff vom Infanterieregiment 71 / 6. Kompanie (Preußische Verlustliste Nr. 2). Nach ihm erlitten zig tausend Angehörige des kaiserlichen Heeres das gleiche Schicksal.

Mittels Gefangenenpost  hielt man die Verbindung zur Heimat.


Aus den bisher bei genealogie.net veröffentlichten Verlustlisten  habe ich die Kriegsgefangenen meines Heimatortes Gielow Mecklenburg/Schwerin ermittelt. Soweit es möglich war habe ich diesen Informationen weitere hinzugefügt, wie: Geburt, Eltern, Ehepartner, Kinder, weitere Wohnsitze lt. Volkszählungen 1900 bzw. 1919.

Folgende Pesonen aus Gielow (Mecklenburg/Schwerin) gerieten in während des 1. Weltkrieges in Kriegsgefangenschaft:
Diese Liste ist nicht vollständig und wird weiterhin ergänzt!  

VL Seite 19.049 vom 13.6.1917: Pommerening Franz (Wilhelm Ludwig) (Gielow, Stavenhagen), *3.9.1895, vermisst, Eltern:Friedrich (Fritz) Hermann Ludwig Pommerening und Caroline geb. Grotkopp, Gielow Büdnerei Nr. 6,
VL Seite 20.600 vom 1917-09-14: Pommerening Franz (Gielow), *3.9.95, bisher vermisst, lt. Privater Mitteilung in Gefangenschaft

VL Seite 30.318 vom 1919-05-27: Wachtel Friedrich (Gielow), *3.1.1899, Minenwerfer Kompanie 214, bisher vermisst, in Gefangenschaft (A.N.) 
Eltern: Wilhelm Carl Wachtel und Emma Caroline geb. Voss


VL Seite 19.744 vom 23. Juli 1917: Rodomsky, Friedrich (Gielow, Waren), *25.6.97, l.v., bei der Truppe

VL Seite 29.010 vom 1919-02-03: Rodomsky Friedrich (Gielow, Waren), *25.6.97 Gielow, verwundet und vermisst

VL Seite 30.242 vom 1919-05-17: Rodomsky Friedrich (Gielow, Waren), 10. Komp. RIR 90, *25.6.97 Gielow, vermisst am 4.10.18 Le Catelet, jetzt Res. Lazarett II Bremen

VL Seite 30.554 vom 1919-07-03: Rodomski, Friedrich (Karl Heinrich), Gielow, (Waren), 10. Kompanie, RIR 90, *25.6.97 Gielow, war in Gefangenschaft, jetzt Ersatz Bat. , Inf. Reg. Nr.90, Rostock
Eltern: Martin Rodomski (Schmiedegeselle) und Luise Johanne Gütschow

VL Seite 26.012 vom 3. September 1918: Pagels Wilhelm (Gielow, Stavenhagen, Mecklb.)* 3.10. 1886 Gielow, vermisst
VL Seite 27.360 vom 31.10.18:Gefreiter Wilhelm (Johann Carl)  Pagels  (Gielow), *3.10.1886 , bisher vermisst, in Gefangenschaft,
Eltern:Wilhelm Friedrich Johann Pagels (Arbeiter)und Caroline Sophie Johanne Rühring

VL Seite 18.106 vom 3. April 1917: Heinrich Rossow aus Gielow, Malchin, *5.1.1891, durch Unfall leicht verletzt, Eltern: Heinrich Rossow (Büdner) und Lisette Grotkopp
VL Seite 30.707 vom 6. August 1919: Gefreiter Heinrich Rossow (Gielow), *5.1.1891, bisher vermisst- in Gefangenschaft, Grenadier Regiment Nr.89, 3. Kompanie

VL Seite 30.482 vom 21. Juni 1919: Gütschow Wilhelm (Gielow), Offiziers Stellvertreter, Feldartillerie Regiment Nr.24, 6. Batterie, *8.3.1887 in Gielow, bisher vermisst – in Gefangenschaft (A.N.)


VL Seite 19.170 vom 17.Juni.1917: Wolter, Hermann (Gielow, Stavenhagen), *17.10.1888, vermisst
VL Seite 20241 vom 24. August 1917: Wolter, Hermann, *17.10.1888 Gielow, bish. vermißt, in Gefangenschaft
 

VL Seite 15.973 vom 1. November 1916: Wilhelm Brümmer aus Gielow, Waren i. Meckl., vermisst, 6.Kp., RIR Nr.76 
VL Seite17455 vom 6. Februar 1917: Brümmer, Wilhelm, *4.12.94, Gielow, bisher vermißt, in Gefangenschaft


VL Seite 16.776 vom 11. Dez. 1916 : Hermann Wilhelm Ludwig Pagels aus Gielow, Malchin, *24. April 1894, vermisst
VL Seite 17952 vom 20. März 1917: *24. April 1894, bisher vermisst, in Gefangenschaft, A.N.

VL Seite 16.557: Wilhelm Karl Schulz aus Gielow, bisher vermißt, in Gefangenschaft, 12. Kp., RIR 221, *21.Juni 1879 in Gielow, Eltern Johann Schulz, Hanna Martin, war zur VZ 1919 am 8. 10. schon wieder zu Hause, arbeitete als Heizer und wohnhaft in Malchin Moltkestr. 600 D


VL Seite 4.981 vom 24. Februar 1915 :Wehrmann Wilhelm Göhrendt aus Gielow, Malchin, vermisst, 7. Kp.,II. Bataillon, Infanterie Regiment Nr 95, Gefechte am 19. u. 20. November u. Vom 14. bis 20. Dezember 1914


VL Seite 16.689 vom 4.Dez 1916: Wilhelm Göhrend aus Gielow, 7. Kp., IR 95, bisher vermisst, in Gefangenschaft

Zur Volkszählung 7./8. Oktober 1919 befand er sich noch in Gefangenschaft. Seine Frau Luise wohnte mit den Kindern Willy und Elfriede in Gielow Häuslerei Nr. 12


VL Seite 19.022 vom 12.6.1917: Möller Wilhelm Johann Möller(Gielow, Stavenhagen), *18.12.82 Gielow, Mutter: Marie Friederike Caroline Möller, vermisst

VL Seite 20.214 vom 23. August 1917: Wilhelm Johann Möller aus Gielow, *18.12.1882 Gielow, bisher vermisst, lt. privater Mitteilung in Gefangenschaft, VZ 1900 landw. Arbeiter in Gessin


VL 17.952 vom 20. März 1917: Hermann (Wilhelm Ludwig) Pagels aus Gielow, *24.04.97 bisher vermisst, in Gefangenschaft (A.N.), Eltern: Friedrich Pagels und Frieda geb. Petzold, Büdnerei Nr. 21

VL Seite 4.226 vom 13. Januar 1915:
Reservist Wilhelm Flotow aus Gielow, Meckl.-Schwerin in Gefangenschaft, 3.Kp., RIR Nr. 16, Tr. Ueb. Pl. Senne, Gefechte vom 20. bis 30. Dez. 1914

VL Seite 7.116 vom 21. Juni 1915:
Grenadier Wilhelm Grüschow aus Gielow, bisher verwundet, in Gefangenschaft (frz?), 2. KP., Grenadier Regiment 89 ;  *18. Nov. 1890 Gielow / Büdnerei Nr. 26 / Eltern: Friedrich u. Caroline G. / Vz. 1919 in Gr. Gievitz bei W. Köhlert mit Frau Anna geb. Femerling und zwei Kinder 

VL 14.918 vom 19. September 1916 :
Paul Gütschow aus Gielow, Malchin, vermisst, 3. Kp., Reserve Infanterie Regiment 265
VL 17.741 vom 2. März 1917:
Paul Gütschow, *1.9.1886 aus Gielow, lt. priv. Mitteilung in Gefangenschaft


VL Seite 11.768 vom 27. März 1916 :
Paul Gütschow aus Gielow, Malchin, vermisst, Pionier Regiment Nr. 20, 2. Feldkompanie

VL Seite 12.389 vom 9. Mai 1916:
Paul Gütschow aus Gielow, bisher vermisst, lt. privater Mitteilung in Gefangenschaft, 2. Feldkompanie, Pionier Regiment Nr 20,



VL Seite 11.272 vom 10 Februar 1916:
Gefreiter Otto Gütschow aus Gielow bisher vermisst, in Gefangenschaft (A.N.), 10. Kp., Landwehr Infanterie Regiment Nr 11

VL Seite Seite 11.205 vom 3. Februar 1916:
Rudolf Koch aus Gielow, RIR 212 bisher vermisst, in Gefangenschaft

VL Seite 15451 vom 11. Oktober 1916:
Friedrich (Fritz) Reuß(s)ner,  bisher vermisst in Gefangenschaft (A.N.),IR 140 8. Kp.  *  9. Februar 1890 in Gielow,

VL Seite 10.490 vom 1. Dez. 1915:
Heinrich Schröder aus Gielow bisher vermisst , in Gefangenschaft, 6. Kp. RIR 214, *4. April 1894 Gielow, Eltern: Heinrich u. Friederike geb. Nagel

VL Seite 6.954:vom 14. Juni 1915:
Landsturmmann Heinrich Joh. Wilhelm Schulz  aus Gielow, Malchin in Gefangenschaft, 4. Landsturmeskadron.des IX. Armeekorps

Ein Jahr später noch einmal ein Eintrag zu H. Schulz:

VL 14.734 vom 11. September 1916: Heinrich Schulz aus Gielow, Malchin,*25. Apr 1873 in Gielow, in Gefangenschaft, 4. Landsturm Eskadron, des IX Armee Korps, Vz. 1919 Vermerk „in Sibirien in Kriegsgefangenschaft“. Ehefrau und Tochter leben in Scharpzow, Vz 1900 Stellmachergehilfe in Rosenow


VL Seite 3.410 vom6.12.1914:
Oberjäger K(C)onrad Schöttler aus Gielow, Mecklb.-Schwerin,  bisher vermisst, in frz. Gefangenschaft (Bruder Wilhelm gefallen 1914 in Frankreich)
Reserve Jäger Bat. Nr. 14 Colmar i. Elsaß, Fricourt am 7. u. 8. 10. 1914 / * 29. April 1886 in Gielow / Eltern Büdnerei Nr.54/ Heinrich Schöttler (Gastwirt u. Kaufmann) und Ida geb. Beckmann

VL Seite 11.215 vom 4. Febr. 1916:
Füsilier Willy Sellentin aus Gielow bisher leicht verwundet, in Gefangenschaft (AN) Füs. Reg. Nr. 90, 8. Kp., * 28. September 1892 Gielow Büdnerei Nr.15, Eltern:Friedrich Sellentin (Schneider) / Lucinde geb. Schöttler



VL Seite 3.409 vom  6. Dez. 1914:
Jäger Johann Wackerow aus Gielow, Malchin 3. Kp. Bisher vermisst, in franz. Kriegsgefangenschaft Reserve Jäger Bat. Nr. 14, Colmar i. Elsaß, Gefechte bei La Fosse am 2.9. Nompatelize 4.9, Fricourt am 8. u. Contalmaison am 4. u. 25. 10. 1914


VL Seite 26.251 vom 13.9.18: 

Timmermann, Heinrich (Gielow), *5. Feb 1877 in Gielow, aus Gefangenschaft zurück
Eltern: Johann Christian Carl Timmermann und Caroline Henrike Christine Hansen

VL Seite 25.688 vom 1918-08-17: 

Schulz, Wilhelm Friedrich Carl Schulz (Gielow), *19. Apr 1879 in Gielow, aus Gefangenschaft zurück
Eltern: Johann Carl Friedrich Wilhelm Schulz und Marie Johanne Christine Flotow

VL page 27.979 vom 1918-11-29:

Grüschow, Wilhelm Carl Friedrich Grüschow (Gielow), *18.11.90, aus Gefangenschaft zurück, Grenadier Reg. 89, 2. Kp. (Berichtigung früherer Angaben)
Eltern: Johann Heinrich Friedrich Grüschow und Caroline Johanne Elisabeth Knaak




A. N. = Auslandsnachricht, militärdienstlich bisher nicht bestätigt

Freitag, 8. März 2013

Kriegerdenkmal Gielow III


In der Verlustliste  23.320 vom 30. April 1918:


Leider geht aus den Eintragungen des Jahres 1918 nicht mehr der Truppenteil und die Region hervor in der die Kämpfe stattfanden.
Geboren wurde Friedrich Wilhelm Heinrich Grüschow am 4. Februar 1879 in Gielow. Vater war Johan Grüschow und Karoline Knaak.
In der Volkszählung von 1900 wird er als Füselier im Großherzoglichem Füselierregiment Nr. 90 in Rostock erfasst.
Er fiel am 17. März 1918 (lt. Kirchenbuch) und ruht heute auf der Kriegsgräberstätte in Neuville-St.Vaast - Endgrablage: Block 21 Grab 942

Besonders tragisch ist, dass sein Sohn Friedrich, geb. 8. Dezember 1906 in Gielow, im 2. Weltkrieg ums Leben kam. Er starb am 10.12.1945 im Seuchenlazarett Insterburg und ruht auf Kriegsgräberstätte in Insterburg / Cernjachovsk.

Soldaten im Graben



In der Verlustliste  0157 vom 30.10.14:


Aus weiteren, hiermit zusammenhängenden, Einträgen geht hervor, dass er im Feldartillerie-Regiment Nr. 24 (Güstrow, Neustrelitz), I. Batterie diente.
Gefallen ist er am 28. September 1914 bei Kämpfen in der Nähe von Nampcel. Eine Grabstätte konnte ich nicht finden. Es ist aber davon auszugehen, dass er auf dem Soldatenfriedhof Nampcel beerdigt wurde. Unter den 11419 Toten gibt es 3949 Unbekannte.

Geboren am 8. Mai 1891 in Gielow, Eltern der Gastwirt und Kaufmann Heinrich Schöttler und Ida Beckmann. Vor dem Krieg war er Landwirt.


 
Am 10. Dezember 1914 bei Forme la Mont Rouge gefallen, er diente im Grenadierregiment Nr. 89 / I. Bataillion / 2. Kp mit Standort  Schwerin. Das Regiment gehörte zur 17. Infanterie Division. Diese war zum Zeitpunkt seines Todes in Grabenkämpfe  bei Carlepont verwickelt

Karte eines Soldaten der 17. Infanterie Division an seine Frau


 Geboren 18. Aug 1891 in Gielow, er arbeitete als Zimmermann in Gielow,
Eltern: Theodor Wolter (Häusler) und Sophie Millhan



Lt. Verlustliste 2684 vom 17. November 1914 verwundet Hornist Hermann Meier Gielow, Waren. Angehöriger des Reserve Infanterie-Regiments Nr. 210 Stettin. III. Bataillion 12. Kompanie.
Lt. Verlustliste 4276 vom 14. Januar


Todes-/Vermisstendatum: 10.11.1914
Hermann Meier ruht auf der Kriegsgräberstätte in Greifswald.
Endgrablage: Block C Reihe 1 Grab 5
geboren 2. November 1889 Gielow, Eltern.Friedrich (Fritz), Sophie Gütschow



Donnerstag, 14. Februar 2013

Untergegangen mit der SMS Blücher

Am 25. Januar 1915 sank der "Große Kreuzer" SMS Blücher nach einem Gefecht mit britischen Schiffen   in der Nordsee.  260 Seeleute wurden durch die Briten gerettet,  792 Besatzungsmitglieder starben.

SMS Blücher (Bild von der Library of Congress)
sinkende Blücher  (Dieses von der Regierung des Vereinigten Königreichs erstellte Werk ist  public domain.)
Unter den Seeleuten, die dieses Inferno nicht überlebten, war Heinrich Pagels, der auf der SMS Blücher als Heizer arbeitete.
geboren: 31. August 1893 in Gielow (Mecklbg.)
Eltern: Wilhelm Pagels / Luise Rönnpagel
Lt. Volkszählung 1900 wohnte die Familie in Liepen / bei Malchin
jüngere Geschwister: Wilhelm und Paul

In der Verlustliste vom 5725 vom 7. April 1915 wird er als vermisst gemeldet.
Erst in der Verlustliste 14982 vom 21. September 1916 wird er für tod erklärt.
Auch erst zu diesem Zeitpunkt erfolgte der Sterbeeintrag im Kirchenbuch des Kirchspiels Rittermannshagen, zu dem der Ort Liepen gehörte.

Sterbeeintrag im Kirchenbuch von Rittermannshagen

Donnerstag, 7. Februar 2013

Kriegerdenkmal Gielow II

"Starb in Frankreich den Heldentod für sein Vaterland durch Artillerie-Geschoß", solche oder ähnliche Eintragungen gab es im Kirchenbuch meines Heimatortes Gielow in den Jahren zwischen 1914 und 1918 über fünfzig Mal. Zu ihrem Gedenken wurde das Kriegerdenkmal errichtet, über das ich schon einen Bericht verfasste.
Mich hat schon immer interessiert, wer sich hinter den Namen auf dem Denkmal verbirgt.  In einem ersten Bericht hierzu versuchte ich anhand von eigenen Unterlagen das Schicksal meine Großonkels aufzuhellen.
Jetzt, und im Laufe der nächsten Jahre, werde ich das Schicksal weiterer Kriegsteilnehmer des Ortes versuchen zu ergründen. In welcher Einheit dienten sie, wo und in welcher Schlacht wurden sie verletzt, getötet oder gerieten in Gefangenschaft.
Alle hier genanten Daten sind öffentlich zugänglich, d.h. die entsprechenden Schutzfristen sind abgelaufen, so dass einer Veröffentlichung nichts im Wege steht.

Gefreiter Karl Brandt
Mit dem Gefreiten Karl Brand möchte ich beginnen, da er der erste Kriegstote des Ortes war.
Er fiel am 14. September 1914 als Angehöriger des Reserve Fußartillerie Regiments Nr. 20,  I. Bataillon,  4. Batterie in der Schlacht bei Tahura in Frankreich.  So steht es in der Verlustliste Nr. 1423. 
Geboren wurde er am 13. September 1892 in Feldberg (Eltern: Carl Brand u. Henrike Martin). In der Volkszählung 1900 wird er in Burg Schlitz als Schmiedegeselle erfasst. Mit Beginn des Krieges muss er also bereits in Gielow gewohnt haben, da sein Tod im Kirchenbuch aufgenommen wurde. Als Beruf wird dort ebenfalls Schmied angegeben.
Zur Auflockerung  der Texte werde ich ab und zu zeitgenössische Fotos oder Postkarten, die sich in meinem Besitz befinden und zu dem Eintrag passen, einfügen.

Hier eine Feldpostkarte vom 21.Januar 1916 eines Angehörigen der 4. Ersatz Division an seinen Onkel im Kreis Graudenz.
Text:"...Sende Euch einen herzlichen Gruß, wie geht es Euch noch, ich bin noch gesund und wir haben alle Tage Regen. Mit vielen herzlichen Grüßen Euer Paul Franke"

Gefreiter Heinrich Albrecht
Bei dem Gefreiten Heinrich Albrecht bin ich auf Unstimmigkeiten, betreff seines Dienstgrades gestoßen. Auf dem Denkmal steht als Dienstgrad: Wehrmann. In den zwei mir vorliegenden Verlustlisten dagegen wird er als Gefreiter geführt.
Heinrich Albrecht diente im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr 9, achte Kompanie. Bei Gefechten zwischen dem 5. und 13. April 1915 an der Westfront wurde er schwer verwundet.

 Er starb im Reserve Lazarett in Nürnberg am 21. April 1915. 

Heinrich Albrecht ruht auf der Kriegsgräberstätte in Nürnberg Südfriedhof. Hier ist als Dienstgrad allerdings Landwehrmann angegeben.

Geboren wurde er am 1. September 1877 in Gielow (Eltern: Friedrich Albrecht u. Sophie Getzin). Lt. der Volkszählung 1900 ist er verheiratet und hat zwei Töchter: Elisabeth und Hedwig.

 
Unteroffizier der Seewehr Hermann Martin
Hermann Martin diente im Marine-Infanterie-Regiment I., 2. Batailion, 3. Kompanie.  Im Weltkrieg hatte dieses Regiment  2145 Gefallene,  Es wurde zum Küstenschutz und bei Küstengefechten in Flandern eingesetzt.

Bei Gefechten in der Nähe von St. Georges-Rattavalle, am Yser Kanal wurde er am 11. 1. 15 durch ein "grobes Geschoß in den Kopf" tödlich verletzt (T.,g.G.,K., so steht es in der Verlustliste der Marine)

Hermann Martin ruht auf der Kriegsgräberstätte in Vladslo (Belgien).  Endgrablage: Block 8 Grab 1918. Auf dem Friedhof befindet sich die   Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ von Käthe Kollwitz.


Feldpostkarte eines Angsehörigen der 1. Marine Division, zu der das "Marine Infanterie Regiment I" gehörte


Geboren wurde er in Leuschentin (Pommern) am 4. Juni 1880, Eltern: Friedrich Martin und Wilhelmine Schulz, arbeitete als Zimmermann in Gielow,  Ehefrau: Auguste Moritz aus Wolde, Sohn: Erich Friedrich Wilhelm geb. 29. Juli 1905

Montag, 14. Januar 2013

Harzreise 1909

Hier ein Bild von einer Harzreise der Seminarklasse 1908/10 des Großherzoglichen Lehrerseminars Neukloster / Mecklenburg-Schwerin. In einem anderen Post ging es schon einmal um diese Lehrerausbildungsstätte, KLICK.

Unter der Leitung ihres Seminaroberlehrers Julius Kletzin, der sie auch schon im Präparandum betreute,  unternahmen sie eine mehrtägige Harzreise. Das Bild zeigt sie bei ihrem Aufstieg zum Brocken in der "Steinernen Renne".

Glücklicherweise stehen auf der Rückseite die Namen der angehenden Lehrer, so dass es möglich sein müsste die Schicksale dieser jungen Burschen zu verfolgen.

Falls jemand hier seine Vorfahren entdeckt, wäre es sehr nett, wenn es sich mit mir in Verbindung setzen würde.




Julius Kletzin - Seminaroberlehrer :  Ordinarius der Seminarklasse I, *20. Januar 1868 Grevesmühlen, 1900, 1919 Seminarlehrer Neukloster (lt. Volkszählung)

Paul Rothenhäuser: * 25.10.1889 in Neukalen, als Utffz. vermisst lt. Verlustliste 12539 vom 17.Mai 1916, diente im Reserve Infanterieregiment 266, Lt. Kriegerdenkmal Neukalen, gefallen am 28.04.1916.

Karl Blücher: * 25.12.1889 Grabow, als Utffz.im RIR 90 lt. Verlustliste 2317 vom 6. November 1914 schwer verwundet bei den Kämpfen von:


Lehrer in Herrnburg, + 01.03.1971 in Schönberg

Walter Dahnke:  *23.3.1890 Parchim, diente im 1. Weltkrieg als Vizefeldwebel im Garde Füselierregiment und wurde 2x verwundet, war später in Parchim Lehrer und bekannter Heimatforscher, 1921 Ludwigsluster Str.19, 1928 Schweriner Str. 21b, + 24.Januar 1972.

Friedrich (Fritz) Prahl: * 3.9.1889  in Vietz (Hagenow), Lehrer in Kambs (Röbel) und Hohen Sprenz, verh. mit Paula Roewe, Sohn Günter *22.10.1918 in Kambs (Röbel), 3.11.1937 Studium der Rechtswissenschaft in Rostock.

August Lübbe: *12. Februar 1888 in Vietz (Hagenow), Ehefrau Elisabeth  *25.10.1889, Sohn Günter Lübbe *26.Mai.1919,
Lehrer in Gletzow (Rehna) (lt. Vz 1919)

Wilhelm Mulsow: *23. Januar 1888 in Crivitz, verh. mit Maria Block * in Neukloster, zwei Töchter und einen Sohn Friedrich Wilhelm Karl Heinrich * 28.April 1917  in Wessentin.
1917 Lehrer in Wessentin, 1919 Lehrer in Crivitz, wohnt Bahnhofstr. 5

Johannes Brüsehaber: *8. November 1889 in Hohen Mistorf bei Teterow, von 1917 bis 1956 Lehrer in Gielow, verheiratet mit Hedwig Pagels, Kinder:Johannes Ulrich *1922 +1944,  Eckart *1927 +1945, Ilse: 1920-2003,
gest. 1968 in Stavenhagen

Otto Jarchow: (Nicht mit auf dem Bild, gehörte aber auch zum Seminar. Organisierte Anfand der 60er Jahre die Klassentreffen der alten Herren im Rostocker Hotel Nordland) *26. Juni 1888 Rethwisch/Doberan; Sohn  des hiesigen Lehrers Paul J. und Maria geb. Ott; Vz 1919 Lehrer in Rostock.


Werde nach und nach weitere Ergänzungen vornehmen.




Sonntag, 16. Dezember 2012

Schmiedemeister in Hohen Mistorf

Nachdem ich meinen Urgroßvater "Paul Friedrich Johann Heinrich Brüsehaber" in einem früheren Beitrag als Dragoner vorgestellt habe, jetz einiges über sein Wirken als Schmiedemeister in Hohen Mistorf bei Teterow.
Nach seiner Hochzeit am 27. April 1886 mit Elisabeth Christine Lorenz zog er nach Hohen Mistorf und arbeitete dort als Schmiedemeister. 

Lt. der Volkszählung von 1900 wohnten im gleichen Haushalt mit ihm sein Geselle: "August Blieske" * 19. Aug 1882 in Teterow" und der Lehrling: "Wilhelm Wigert *9. Apr 1883 in Hohen Mistorf"


Schmiede - Hohen Mistorf 1900


Schmiede - Hohen Mistorf 1936
 Auf diesem zweiten Bild, das 1936 aufgenommen wurde, war die Schmiede noch in Betrieb. Bei einem Besuch vor einigen Jahren stellte ich allerdings fest, dass es sie nicht mehr gab. Sie muss also in der Zeit nach dem Krieg abgerissen worden sein. Im Dorf konnte ich nichts Näheres hierzu in Erfahrung bringen. Vielleicht kann ein Leser dieses Beitages für Aufklärung sorgen.

Besonders freue ich mich, dass ich diese Karte entdeckt habe.





Eine Karte der  Maschinen- und Feldbahnfabrik R. Dolberg  Rostock, die den Erhalt von 278,78 RM bestätigt.

Freitag, 14. Dezember 2012

Gefallen im 1. Weltkrieg - P. Pagels

Bezugnehmend auf den Beitrag über das Kriegerdenkmal meines Heimatortes Gielow in Mecklenburg möchte ich einige der dort Genannten dem Vergessen entreißen. In diesem Falle ist es mein Großonkel, der Bruder meiner Großmutter mütterlicherseits: Paul Pagels

Geboren wurde er - Paul Friedrich Ludwig Pagels - am 9. Mai 1890 in Gielow als Sohn des Johann Friedrich Martin Pagels (Erbpächter) und seiner Frau Anna Friederike Dorothea Henriette Brinkmann.
Er fiel im 1. Weltkrieg am 27. Mai 1915 bei Dolina / Galizien als Leutnant der Reserve im Reserve Infanterie Regiment 224 (so der Eintrag im Kirchenbuch).

In der Verlustliste 8077 vom 10. August 1915 taucht sein Name erstmals unter den Vermissten auf.  (Quelle: Verlustlisten des 1. Welkrieges des Vereins für Computergenealogie)
Leutnant der Reserve Paul Pagels vermisst

Eine Gefallenenmeldung fand ich weder in der oben angeführeten Quelle noch bei den Verlustlisten von Ancestry. Der Todeseintrag im Kirchenbuch erfolgte auch erst Mitte 1916.

Über die damaligen verlustreichen Kämpfe an der Ostfront kann man im Heeresbericht nachlesen.

Unteroffizier P. Pagels (hinten rechts)

P. Pagels (ganz hinten in der Mitte)
Diese Bild zeigt P. Pagels ca. Anfang 1915 auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn (das Lager war von 1914 bis 1918 ein Ausbildungszentrum) im Kreise seiner Kameraden. Aus dem Absender geht hervor, dass er an einem "Offizieraspiranten Kursus" teilnimmt.
Text der Karte:
"Liebe Eltern!
Umseitig ein Foto von dem Einzuge des Mecklenburger Grenadiers in Elsenborn.
Hoffentlich habt Ihr erste Karte erhalten. Nochmals Mama die herzlichsten Glückwünsche sowie Euch allen herzlichste Grüße Euer Paul"

Nach Abschluss dieses Kurses in Elsenborn ist er als Leutnant der Reserve an die Ostfront versetzt worden.

Hier noch zwei weitere zeitgenössische Bildpostkarten von Elsenborn:
Truppenübungsplatz Elsenborn

Truppenübungsplatz Elsenborn
Und wie auch heute noch, gab es auch damals für solche Plätze "Soldatenweisheiten". Hier ein Beispiel:
"Gott schickte uns in seinem Zorn zur Entfettungskur nach Elsenborn!!!"

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Dorfkirche zu Gielow und ihre Pastoren

Da ein Großteil meiner Vorfahren aus diesem Ort stammen, möchte ich kurz einiges zur Kirche des Ortes und ihren Predigern (Pastoren) schreiben.

Den Großteil meiner Informationen habe ich aus einer Broschüre "Die Pfarre zu Gielow mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte des Ortes" von L. Fromm, erschienen im "Archiv für Landeskunde in den Grossherzogthümen Mecklenburg und Revüe der Landwirtschaft", Band 17 - 1867. Hier als eBook  Suchbegriff "Gielow" eingeben. Meine diesbezügliche Original Broschüre übergab ich der Heimatstube des Ortes.

Kirche zu Gielow (ca.1920)
Das Bild stammt aus den 20er Jahren des vorigen Jhd.  (keine stürzenden Linien, alle Senkrechten sind auch wirklich senkrecht. Und das alles ohne Elektronik!!! Hut ab!!)

Aus der oben erwähnten Broschüre geht hervor, dass die Kirche höchstwahrscheinlich Ende des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Im Inneren wurde sie 1821-23 erneuert, um- und durchgebaut von 1897-1898, geweiht in Gegenwart des Herzogregenten  am 16. Oktober 1898.

Hier die entsprechend Textpassage:
Bau der Kirche

Einen Grundriss der Kirche  findet man hier.

Kirche Gielow 2012

Prediger des Pfarramtes Gielow
1528-1530 Johannes Henniken Prediger zu Gielow
1542 Nikolaus Swarte Prediger zu Duckow, Vikarius zu Malchin
1622-1638 Georg Horning Prediger zu Duckow und Gielow
1647 - 1662 Johann Köler Prediger zu Zettemin und Gielow
geb. in Woltersdorf Kr. Franzburg Pommern
1661 ins Gefängnis zu Dargun gelegt, da er sich dem Trunk ergeben hatte, seinen Dienst vernachlässigte und auch sonst einen höchst ärgerlichen Lebenswandel führte, nach längerer Untersuchungshaft 1662 seines Amtes entsetzt und 1665 des Landes verwiesen.
1664 - 1671 Johann Molli Prediger zu Zettemin und Gielow
aus Lübeck, 1671 P. und Präp. in Goldberg
schreibt 1664:  Pfarrhaus ist so undicht, dass er nachts nicht vor den Wölfen sicher sei, die Kirche gleiche einer Ruine, die Vorsteher kümmerten sich nicht, da sie selber keine Häusung hatten.
1671-1688 Levinius Fiedler Prediger zu Zettemin und Gielow
* um 1638 zu Rostock, gest. 1686, verh. 29. November 1671 Christine Spalding
1688 - 1723 Samuel Wilken Prediger zu Zettemin und Gielow
* um 1662 zu Vilz , gest. 26. April 1732, verh. Margar. Kathar. Höfisch
1723 - 1762 Samuel Wilken Prediger zu Zettemin und Gielow
* um 1699 zu Zettemin, Sohn des Vorgängers, gest. 22. Juni 1762
1755 am Karfreitagnachmiitag am 28. März ging fast ganz Gielow in Flammen auf. Das schindelgedeckte Kirchturmdach wurde von den Flammen ergriffen; der Turm mit Uhr und Glockenstuhl brannte aus, die Glocken zerschmolzen; auch der an den Turm stoßende Teil des Kirchenbodens wurde zerstört
1763 - 1765 Joachim Friedrich Turow Prediger zu Zettemin und Gielow
1765 P. und Präpos. zu Demmin, gest. 17. Aug. 1829 verh. Doroth. Agneta Christine Krambeer aus Röckwitz
1765 - 1807 David Joachim Köppen Prediger zu Zettemin und Gielow
*15. Dez. 1736 zu Lübeck, Kaufmannssohn, gest. 8. Juni 1807
verh. 1767 mit Eva Charlotte Sophie Stock aus Neubrandenburg
1808 - 1829 Peter Heinrich Schmidt Prediger zu Zettemin und Gielow
*16. Nov. 1774 Waren, gest. 17. August 1829
verh.12. Okt. 1808 mit Friederike von Rudloff (*7. August 1780 Schwerin)
1831 - 1837 Wilh. Aug. Herm. Schmidt Prediger zu Zettemin und Gielow
1848 Sup. in Malchin, setzte 1862 durch, dass in G. eine eigene Pfarre errichtet wurde
1837 - 1862
Vereinigung der Pfarre Gielow mit der in Malchin,
1862-1871 Ernst Gotfr. Theod. Friedr. Fromm Gielow eig. Pfarre
*10. März 1829 zu Rehna
Aug. 1858 Hülfsprediger in Ziegendorf
11. Aug. 1871 gest. (Herzleiden)
3. Okt. 1862 verh. mit Clara Tarnow (Gnevsdorf)
 1872-19176 Eduard Heinr. Theod.   Albrecht *13. September 1843 Schwerin
1868 Konr. Boizenburg
 1870 Hülfspr. in Brüel
6. Jan. 1871 Heirat  Auguste Jantzen (Schwerin)
1. Oktober 1872 Amtsantritt
4. Oktober 1909 Präpos.
1. Oktober 1916 emerit.
13. Mai 1918 gest. zu Schwerin
1916-1960? Otto Aug. Bernh. Johs. Paul Fuhrmann

*18. Juli 1881 zu Dargun
Abitur Rostock1902
stud. in Rostock, Leipzig , Berlin
Heirat 29. Sept. 1908 Elisabeth Dechow (20. Feb 1888 Zarrentin)

Quelle:"Die Mecklenburg-Schwerinschen Pfarren seit dem dreißigjährigen Kriege (mit Anmerkungen über die früheren Pastoren seit der Reformation)" von Gustav Willgeroth; Wismar 1924 im Selbstverlag

Dienstag, 4. Dezember 2012

Kriegerdenkmal Gielow I

Vor einiger Zeit fand ich einige alte Postkarten des Kriegerdenkmals meines Heimatortes. Auf der Vorderseite des Denkmals wird den Gefallenen des Krieges 1870/71 gedacht. Auf der Rückseite stehen die die Namen der Toten des Ortes aus dem 1. Weltkrieg.

Kriegerdenkmal Gielow 1913


Kriegerdenkmal Gielow (20er Jahre)
Kriegerdenkmal Gielow (30er Jahre)

Was ist jetzt aus dem Denkmal geworden?  Es steht noch und ist in einem recht gutem Erhaltungszustand. Der Adler allerdings wurde in einer Nacht- und Nebelaktion von den sozialistischen Machthabern massakriert.

Kriegerdenkmal Gielow 2012
Da bei http://www.denkmalprojekt.org  dieses Denkmal nicht aufgeführt ist, hier die Inschriften:

W. Bergmann
Dienstgrad Name Todestag
Gefr. K. Brandt 14.09.1914
Kan. W. Schöttler 28.09.1914
Gren. H. Krüger 07.11.1914
Gren. H. Bening 08.11.1914
Gren. H. Meier 10.11.1914
Gren. A. Wolter 10.12.1914
Utffz. H. Martin 10.01.1915
Wehrm. H. Albrecht 22.04.1915
Füs. F. Flotow 24.04.1915
Leutn. P. Pagels 27.05.1915
Füs. W. Gütschow 07.07.1915
Gefr. P. Stiegler 14.07.1915
Musk. K. Zars 23.08.1915
Musk. A. Niemann 20.09.1915
Musk. A. Bürth 08.10.1915
Ers.Res W. Brandt 24.10.1915
Musk. F. Flotow 15.04.1916
Jäg. E. Voß 09.06.1916
Utffz. F. Graupmann 04.07.1916
Füs. F. Ewert 11.07.1916
Gren. H. Ziesemer 13.07.1916
Ers.Res. H. Milhahn 17.07.1916
Arm.Sold. W. Peters 30.08.1916
Kan. O. Laasch 28.09.1916
Ers. Res. E. Flotow 28.10.1916
Gren. R. Heuck 05.01.1917
Musk. F. Graupmann 08.02.1917
Musk. F. Riwald 29.4.1917
Gren. A. Koch 26.06.1917
Musk. H. Flotow 19.07.1917
Musk. H. Mamerow 08.08.1917
Utffz. W. Meincke 11.08.1917
Musk. O. Dabbert 30.10.1917
Gren. H. Schwinkendorf 09.02.1918
Wehrmann F. Grüschow 17.03.1918
Musk. W. Bergemann 07.04.1918
Arm.Sold. W. Köpke 17.04.1918
Gren. W. Adam 29.05.1918
Wehrm. W.Pecat 10.06.1918
Gren. K.Collatz 11.08.1918
Pion. W. Lübs 07.09.1918
Musk. W. Hillmann 16.09.1918
Gren. F. Wolter 30.09.1918
Utffz. H. Wolgast 08.10.1918
Gren. P. Koch 08.10.1918
Uffz. H. Riwald 15.10.1918
Musk. H. Piplow 31.10.1918
Oberheiz. H. Krase 06.05.1919
Gren. H. Gütschow 01.06.1916
Musk. H. Schlüter 01.05.1917
U.Masch.Maat F. Brümmer 01.09.1917
Musk. W. Lewes 30.08.1916
Wachtm. O. Brandt 28.04.1918
Ers. Res. O.Piplow 24.10.1918

Samstag, 10. November 2012

Der Urgroßvater als Dragoner

Dieses Bild zeigt meinen Urgroßvater Paul Brüs(e)haber. Aus dem Bild geht hervor, dass es in Ludwigslust vom  "Hofphotograph Louis Wrede" (* 3. Juli 1832 in Wittingen / Provinz Hannover lt. Vz 1900), gemacht wurde. Das Aufnahmejahr könnte ca. 1878 sein, ihn also als Zwanzigjährigen zeigen. 


Paul Brüs(e)haber 1858-1904
Dieses Bild zeigt einen Dragoner des „Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiment“ 1. Dragoner- Regiment Nr. 17, welches in Ludwigslust stationiert war.

Die Uniform dieser Dragoner  bestand u.a. aus einem kornblumenblauen Waffenrock und einer anthrazitfarbenen Hose. Der Leibriemen war weiß und mit einer einfachen Dornschnalle versehen.

Im Nachhinein fand ich noch folgendes Dokument - ein Führungszeugnis, das nach Beendigung seiner Militärzeit ausgestellt wurde:


Die oben  angestellten Vermutungen bestätigen sich hier. Er war also vom 6. November 1879 bis 22. September 1882 bei der 5. Escadron 1. Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment  Nr. 17 und wurde als Gefreiter entlassen.

Samstag, 27. Oktober 2012

Einjährig-Freiwilliger im FR90

FR90 - Großherzoglich Mecklenburgisches  Füsilier Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr 90.

Einjährig-Freiwillige waren bis zum 1. WK Wehrpflichtige, die auf Grund ihrer höherer Schulbildung nur ein Jahr zu dienen brauchten, wenn sie sich freiwillig meldeten.
siehe auch hier bei Wikipedia


Dazu benötigte man ein Zeugnis, das ebend diese höhere Schulbildung bestätigte.
Ich stelle hier ein solches Dokument vor, das nach Abschluss des Großherzoglichen Schullehrer Seminars zu Neukloster an meinen Großvater verliehen wurde. Aufgrund dieses Zeugnisses durfte er sich für den einjährig-freiwilligen Dienst bewerben.

Neben diesem Zeugnis musste bei der Beantragung des Berechtigungsscheines für diesen Dienst noch folgendes vorgelegt werden:
  • ein Geburtszeunis
  • Einwilligung des Vaters oder Vormundes, sowie eine Erklärung, dass aus dem Vermögen dieser Person die Kosten für Bekleidung und Ausrüstung, Wohnung und Unterhalt während dieser Zeit bestritten werden soll.
  • ein Unbescholtenheits-Zeugniss



Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst
Im selben Jahr, also 1910, kam er nach Rostock ins Großherzoglich Mecklenburgische  Füsilier Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr 90.
Hier im Kreise der 1. Korporalschaft der Einjährigen der 1. und 2. Kompanie:


1. Korporalschaft der Einjährigen der 1. und 2. Kompanie des 1. Bataillon Füsllieregiment Nr. 90
Folgende Personen befinden sich auf dem Bild (von einigen habe ich weitere Hinweise in den Vz-  und Verwundetenlisten gefunden):

1. Reihe:
Oberleutnant Bodo von Diepow, lt. Adressbuch Rostock 1910:Schillerplatz 11,

Feldwebel Hamann (evtl. Friedrich Hamann * 29. Aug. 1877 in Kägsdorf/Doberan, lt. Vz 1900 Utffz. im Füselieregiment 90, wohnhaft 1910 lt. Adressbuch:Vizefeldwebel, Ulmenstr.32, Vz 1919 Rostock verh. mit Alma Kofahl *5. Nov. 1877)

Sergeant Wilhelm Kölzow, lt.Adressbuch 1910 Elisabethstr. 11,

 Düker?, Krüger,

Dallüge (es könnte sich um Erich Dallüge *20. Aug 1889 aus Brüel handeln; in der Verwundeten Liste vom 27.1.1915 wird er als Offiziers Stellvertreter  im Reserve Infanteriregiment 233 11. Kompanie geführt, der leicht verwundet wurde ),

Tschirch (evtl. Egon Tschirch *23. Jun 1889 Rostock, in den Verwundetenlisten des 1. WK findet man ihn wieder im Infanterieregiment Nr 213 3. Kompanie als Leutnant der Reserve, er wurde 1916 als leicht verwundet gemeldet )

2. Reihe:
Buchholz, Becker Wessel, Huchzenmeyer, Prein, Wedemeyer, Brüsehaber, Wellmann, Weinschenk, Dankert,

3. Reihe
Rerps, Klüver, Jörn


Freitag, 26. Oktober 2012

Abschlusszeugnis Lehrerseminar Neukloster 1910

Besondere Aufmerksamkeit sollte man den Abschlusszeugnissen widmen. Beinhalten sie doch eine Fülle von Informationen, die man genealogisch auswerten kann.
Hier geht es um das Abschlusszeugnis vom Lehrerseminar Neukloster meines Großvaters aus dem Jahre 1910.


Interessant sind hier die Unterschriften:(alle folgend genannten Daten stammen aus den Vz 1900 bzw. 1919)

Regierungskommissar - Gustav Ebeling: *23 Juni 1852 Kirch Kogel bei Krakow, 1900 Seminardirektor und Referent im Unterrichsrministerium

Kirchlicher Kommissar - Ulrich Behm: *6. Mai 1850 Thelkow, 1900 Domprediger in Schwerin

Direktor: Ulrich Klaehn * 10. August 1873 Gadebusch, 1900 Seminarlehrer Neukloster

Julius Kletzien: Ordinarius der Seminarklasse I, *20. Januar 1868 Grevesmühlen, 1900, 1919 Seminarlehrer Neukloster

Carl Schäffer: *27. April 1871 Tranquebar (Britisch Indien), 1900 ledig, Seminarlehrer Neukloster

Theodor Winter: * 29. Dezember  1855 Marnitz, 1900, 1919 Seminarlehrer Neukloster

Otto Brandt: * 16. November 1870 Rostock, 1900, 1919 Seminarlehrer Neukloster

Johannes Schröder: * 25. Nov 1868 Boizenburg/Elbe, 1900 Präparandenlehrer Neukloster,

Adolf Boldt: 22. Sep 1856 Schimm bei Wismar, 1900. 1919 Präparandenlehrer Neukloster

Über die Lehrkräfte Dr. Niehrens und Koch konnte ich nichts ermitteln.

Gelehrt wurde in folgenden Fächern:
Lehrfertigkeit, Pädagogik, Religion (Katechismus, Bibelkunde, Kirchengeschichte) Deutsch (Literatur und Grammatik, Aufsatz), Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Naturkunde (Naturbeschreibung, Physik und Chemie), Zeichnen, Musik (Singen, Geigenspiel), Turnen.

Die Reihenfolge der Urteile, die vergeben wurden: Sehr gut, recht gut, gut, im ganzen gut, genügend, nicht völlig genügend, nicht genügend.

Hier eine zeitgenössische Postkarte des Lehrerseminars im Vordergrund mit der Büste Friedrich Franz II. (1885 von Hugo Berwald)

Neukloster Großherzogliches Lehrer-Seminar
Zum Absender der Karte: Karl Augustin, Präparand im Lehrerseminar, konnte ich folgendes ermitteln: *3.Dezember 1901 in Parchim, lebte 1919 bei seinen Eltern in Parchim, schrieb  "Geschichte der Stadt Parchim" (der Zusammenhang zwischen dem Schreiber der Karte und den Daten ist rein spekulativ!!!)